Alterspolitik

Älteres Paar sitzt auf einer Bank

Der medizinische Fortschritt wächst stetig und erhöht die Lebenserwartung laufend. Aufgrund der erhöhten Lebenserwartung entstehen unterschiedliche Altersphasen, die die kantonale Alterspolitik beeinflussen. Die Ausdehnung einer aktiven Lebensweise bis weit ins Rentenalter bietet dem Einzelnen Chancen, die individuell gestaltet und wahrgenommen werden sollen.

Herausforderungen Alterspolitik

Die kantonale Alterspolitik soll nur dort eingreifen, wo die Möglichkeiten der Einzelnen beziehungsweise kleiner Gruppen nicht ausreichen, notwendige Herausforderungen und Aufgaben anzugehen. So zum Beispiel in der Alterspflegepolitik und in der Versorgung von chronischen und mehrfacherkrankten älteren Menschen.

Alterspolititik – Basel 55+

Der medizinische Fortschritt wächst und erhöht die Lebenserwartung laufend. Aufgrund der erhöhten Lebenserwartung entstehen unterschiedliche Altersphasen, die die kantonale Alterspolitik beeinflussen. Dies führt sie zu einer neuen Einteilung in vier Altersphasen, die für eine umfassende Alterspolitik von Relevanz sind:

  • Das höhere Erwerbsalter (55-64 Jahre): Diese Gruppierung bringt Erfahrung und Kompetenz in den Arbeitsprozess. Sie lebt oft in kleinen Haushalten in oft grossen Wohnungen. Sie hat ein relativ hohes frei verfügbares Einkommen und steigende Vermögenswerte.
  • Das gesunde Rentenalter (65-plus): Diese Gruppierung hat ein gutes bis sehr gutes subjektives Gesundheitsempfinden. Sie ist selbstständig, politisch interessiert, aktiv in Enkelkinderbetreuung, Freiwilligenarbeit, Sport- und Vereinsaktivitäten und engagiert in gesellschaftlichen Projekten. Sie hat seniorengerechte Wohn- und Mobilitätsansprüche.
  • Das eingeschränkte Rentenalter (individuell): Chronische Krankheiten, Hör- und Sehbeschränkungen und Gehbehinderungen begleiten das Leben. Behindertengerechtes, hindernisfreies Wohnen sowie regelmässige ambulante Unterstützung erhalten die Selbstständigkeit.
  • Die Pflegebedürftigkeit (mehrheitlich ab 80): Ausgeprägte körperliche Einschränkungen sowie demenzielle Störungen machen einen Aufenthalt im Pflegeheim unabdingbar.

Da die Weichen für ein gutes „Altern“ schon früh im Leben gestellt werden, sollen mit der Alterspolitik des Kantons Basel-Stadt auch Menschen angesprochen werden, die sich im Übergang vom Erwerbs- ins Rentenalter befinden. Deshalb wird die Bezeichnung Alterspolitik durch die Bezeichnung „Basel 55+“ ergänzt. Dadurch soll einerseits der Individualität des „Alterns“ Rechnung getragen werden. Andererseits sollen auch kommende „Altersgenerationen“ in die Planung und Umsetzung einbezogen und deren künftige Bedürfnisse – gerade bei langfristig wirksamen Massnahmen wie Gesetzesreformen, Infrastrukturprojekten oder Präventionsprogrammen – mit einbezogen werden. Direkt unterstützend hingegen soll die kantonale Alterspolitik nur dort eingreifen, wo die Möglichkeiten der Einzelnen bzw. kleiner Gruppe nicht ausreichen, notwendige Herausforderungen und Aufgaben anzugehen.

Als wichtigster Teil der kantonalen Alterspolitik befasst sich die Alterspflegepolitik mit der Planung, Bewilligung und Finanzierung von Leistungen zugunsten von älteren pflegebedürftigen Einwohnerinnen und Einwohnern. Ziel der Alterspflegepolitik ist die Gewährleistung einer möglichst guten Wohn- und Lebensqualität. Bei der Gestaltung von Hilfsangeboten stehen die Förderung und die Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit im Vordergrund. Noch vorhandene Fähigkeiten sollen erhalten und gefördert und dadurch die noch mögliche Autonomie gewährleistet werden.

Bei Fragen zur Alterspolitik steht Ihnen Daniel Capone, Leiter Fachreferat Geschäftsvorbereitung & Projekte, Generalsekretariat, zur Verfügung (Telefon 061 267 95 30, daniel.capone@bs.ch).

300 neue Pflegeheimplätze

Im Rahmen der Angebotserweiterung bei den Pflegeheimplätzen konnten im Jahr 2014 folgende Pflegeheimbauten in der Stadt Basel bzw. Riehen in Betrieb genommen werden:

• Senevita Gellertblick (65 neu geschaffene Plätze)
• Burgfelderhof (Ersatz der Heime Sonnenrain und Lindenhof plus 30 neue Plätze)
• Gellert Hof (133 neu geschaffene Plätze)
• Senevita Erlenmatt (56 neu geschaffene Plätze)
• Erweiterungsbau Wendelin in Riehen (16 neu geschaffene Plätze)

Dank diesen Eröffnungen bzw. Erweiterungen konnten im Kanton Basel-Stadt 300 neue Pflegeheimplätze geschaffen werden. In der Folge hat sich die Warteliste für einen Pflegheimplatz markant verkürzt. Insbesondere der Bereich „Wartende auf einen Pflegeheimplatz in Spitälern“ konnte stark reduziert werden.

Weiter werden in den Pflegeheimen spezialisierte Angebote geschaffen, um betagte Personen im Anschluss an einen Spitalaufenthalt zu pflegen. Die rekonvaleszenten Personen werden solange in diesem professionellen und auf ihre Bedürfnisse angepassten Umfeld betreut, bis aufgrund des stabilisierten Gesundheitszustandes entschieden werden kann, ob ein Heimeintritt oder eine andere Wohnform möglich ist.

In Folge der Verkürzung der Warteliste sowie einer Anpassung der Angebote nach einem Spitalaufenthalt an die Bedürfnisse von älteren Menschen im Pflegeheimrahmen, kann das Angebot der Passerelle des Felix Platter-Spitals sukzessive verkleinert werden. Die Passerelle A (34 allgemeine Pflegeheimplätze) soll in den nächsten Jahren geschlossen werden. Nach Eröffnung des Neubaus Marthastift mit einem deutlich höheren Angebot an Demenzplätzen sowie einer spezialisierten Abteilung für Menschen mit einer schweren psychogeriatrischen Diagnose, kann auf die Passerelle B (25 psychogeriatrische Plätze) verzichtet werden. Durch die Eröffnung der neuen Heimplätze ist sichergestellt, dass Pflegheimeintritte zeitnah sichergestellt werden können und eine optimale Betreuung in der Übergangsphase gewährleistet ist.

Bei Fragen steht Ihnen Linda Greber, Leiterin Langzeitpflege, Gesundheitsversorgung, zur Verfügung (Telefon 061 205 32 50, linda.greber@bs.ch). Bei Fragen zu den Angeboten oder einem Pflegeheimplatz wenden Sie sich bitte an das Team Beratung und Bedarfsabklärung, Telefon 061 205 32 52, sekretariat.alp@bs.ch).